Die Müllfischer der Schlei

Die Müllfischer“ ist ein Crowd-Funding Projekt. Wir sammeln Müll von den Ufern, um die Schlei sauberer zu machen. Das Projekt startete im August 2016 und wird so lange laufen, wie es finanzielle Unterstützung findet. Ziel ist, die Schlei zwischen Lindaunis und Schleimünde (östliche Hälfte) dauerhaft zu reinigen.

 

Überblick unserer Müllfunde:

Legende:

wenig Müll  Wenig Müll: Alle paar Meter findet man etwas.

etwas Müll  Mehr als wenig Müll: Wenn man sich bückt, findet man mehrere Teile.

viel Müll  Viel Müll: Man stellt den Sack ab und sammelt den Müll im Umkreis.

zuviel Müll  Extrem viel Müll: Man möchte verzweifeln, weil die Fundstelle eigentlich abgetragen und entsorgt werden müsste.

Müllfunde melden:

Wir bitten alle Menschen, die Müll an den Ufern der Schlei zwischen Lindaunis und Schleimünde sichten, kurz durchzurufen (Kristian Dittmann Tel: 0162 79 19 359). Klasse, wenn Sie den Müll selbst einsammeln können, ansonsten kümmern wir uns darum. (Funde zwischen Lindaunis und Schleswig können wir leider nicht absammeln, weil der Weg zu weit ist.)

Wenn Sie Lust haben, sich zu den Sponsoren zu zählen, freuen wir uns natürlich auch.

Die Hintergründe:

Die Situation
Immer wieder erzählen Spaziergänger, Angler oder Kanuten von Müll an den Stränden und in den Schilfgürteln der Schlei. Beklagt wird, dass sich anscheinend niemand drum kümmert, dass nicht mal Mülleimer aufgestellt sind. Deswegen sollte es auf der Schlei – genau wie für andere öffentliche Anlagen – eine Müllabfuhr geben. Problem dabei ist, dass weite Strecken der Uferlinie nur per Boot erreichbar sind.

Durchführung
Der Plan ist, per Boot und mit zwei, drei Müllsammlern an die Ufer der Schlei zu fahren und den Müll aus den Schilfgürteln und von den Stränden zu sammeln.
Fundstellen werden kartografiert und die Müllmengen analysiert.

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Foto privat

Dieser Katamaran wurde für die Seegrasernte gebaut, ist 10m lang, 4m breit und hat nur 40cm Tiefgang. Ein Kran kann bis zu 250kg heben, eine Hütte sorgt für Schutz vor Wetter.

Antrieb: 10-PS Viertakt-Außenborder mit Schubuntersetzung
kein Antifoulinganstrich

 

Kristian Dittmann für Spiegel Wissen fotografiert von Philipp Reiss. Veröffentlichung nur nach Rücksprache.

Foto: Philipp Reiss

 

Schleikahn „Lulu“
Länge: 7m, Breite: 1,60m, Tiefgang 15cm
Segel und Ruder als Antrieb
kein Antifoulinganstrich

 

 

 

 

 

In einem nächsten Schritt wollen wir Mülltonnen an Plätzen aufstellen, wo viel Müll anfällt und sie auch leeren. Bereits fertig ist ein Flyer, der an Tourismuszentralen ausgelegt wird, um Spaziergänger und Wassersportler zu animieren, uns Müllfunde zu melden (Projekt von Schülern der Fridtjof-Nansen-Schule, Flensburg).

Den gesammelten Müll stellen wir für kreative Ideen zur Verfügung, z.B. beim Kunstfestival „Plein Air 54 Grad nördliche Breite“ im August in Sundsacker.

Sammelzeiten
– ganzjährig, an windarmen Tagen
in der Hauptsaison häufiger

Um während der Arbeiten die Natur möglichst wenig zu beeinträchtigen – vor allem brütende Vögel – stimmen wir uns mit Naturschutzverbänden ab.

Öffentlichkeit
Um die Menge des anfallenden Mülls in Zukunft zu reduzieren, werden wir unsere Aktivitäten mit Presse, Verwaltung und Naturschutzverbänden verbinden.
Bisherige Pressebeiträge:
– Reportage im Schleiboten (8/2016)
Shz-Video (siehe oben)
– Spiegel-Special „Kopfhoch – das digitale Leben“, (4/2016)

Unterstützung
Dies ist ein Crowd-Funding Projekt, es lebt von den Zuwendungen seiner Förderer. Die Arbeit begann im August 2016, als wir zum offiziellen Projektstart ein kleines Spektakel veranstalteten und 150 Euro Spenden einnahmen. Insgesamt haben wir bisher (Stand März 2017) rund 450 Euro „eingenommen“. Weil die Ausrüstung zur Verfügung steht, brauchen wir Unterstützung nur für den laufenden Betrieb. Eine Arbeitsstunde kostet mit Boot und einem Helfer 50,- Euro.

An Sachspenden freuen wir uns über automatische Schwimmwesten, Kescher oder Wathosen.

Die Sponsoren unterstützen nur unsere Arbeitszeit beim Müllsammeln – Organisation und Beschaffung übernehmen wir.
Für d
as Sponsorenkonto suchen wir eine unabhängige Person.

Crowd-Funding soll das Rückgrat des Projektes sein, weil es unkompliziert ist: Sobald Geld auf dem Konto ist, können wir losfahren. Wir hoffen vor allem auf Unterstützung von Gemeinden und Wassersportvereinen. Nachrangig kümmern wir uns auch um Fördergelder, haben aber festgestellt, dass in solche Arbeit viel Zeit geht, dabei viel Energie abfließt und unter Umständen nichts bei herumkommt.

Appell
Wir bitten alle, die sich auf oder an der Schlei bewegen, darauf zu achten, leichte Kunststoffverpackungen nicht herumliegen zu lassen, weil sie bei einer Böe schnell vom Strand oder von Bord ins Wasser fliegen. Der Gebrauch von Styropor für Kühlkisten, Auftriebskörper, etc sollte überdacht werden. Aufsteigende Luftballons anlässlich Hochzeiten gehen leider gar nicht und Raucher sollten ihre Filter nicht in die Natur schnippen.

Wir bedanken uns für Ihre Aufmerksamkeit bis hier, und wenn Sie Lust haben:

Kontakt: Kristian Dittmann, Arnis/Grödersby
post@strand-manufaktur.de, Tel: 0162 79 19 359

Konto:
Kristian Dittmann
Die Müllfischer
IBAN: DE 30 2175 0000 0164 8679 62
BIC: NOLADE21NOS
Verwendungszweck: Die Müllfischer

Unsere Unterstützer informieren wir, wenn gewünscht, regelmäßig über die Fortschritte des Projektes. Ebenso nennen wir Sie gern auf dieser Seite und natürlich freuen wir uns, wenn Sie vorbeigucken oder sogar mitmachen – wir bieten einen der schönsten „Arbeitsplätze“ Deutschlands.

Viele Grüße, Kristian Dittmann

 

Die Strand-Manufaktur
Die Strand-Manufaktur aus Arnis/Grödersby ist ein Handwerksbetrieb. Wir ernten Seegras und machen daraus Stopfwolle für Kissen und Matratzen. Für die Ernte auf der Schlei setzen wir die Arbeitsboote ein. Weil die Ernte nicht das ganze Jahr über dauert, liegt es nahe, sie auch für andere sinnvolle Arbeiten einzusetzen, z.B. Müllsammeln.

Hintergrund: Müll in den Weltmeeren
Seit dem Quietscherentenfund im Pazifik vor ein paar Jahren ist das Thema im Bewusstsein, neulich ging durch die Presse, dass Plastikteilchen in den Mägen von Ostseefischen gefunden wurden. Anhand der Schleiregion lässt sich gut beschreiben, wie unterschiedlich die Müllverteilung selbst im kleinen Maßstab ist: Während die offenen Ostseestrände nördlich und südlich der Schleimündung relativ wenig mit Müll belastet sind (Leeküste bei Westwind), entstehen an exponierten Stellen der Schlei (z.B. Rabelsund) richtige Müllablagerungen. Die unregelmäßige Küstenlinie mit Schilfufern wirkt dabei wie ein Fangzaun. Wir sollten den Müll dort absammeln, bevor er in die Ostsee gespült wird.

Hintergrund: Die ökologische Situation der Schlei.
Der Müll ist nicht das größte Problem der Schlei, es sollte aber normal sein, dieses von uns derart intensiv genutzte Gewässer sauber zu halten. Gravierender hingegen ist die Überdüngung, die aus einem ökologisch hochentwickelten Ostseefjord innerhalb von 70 Jahren eine Schlammrinne gemacht hat. 95% des Schleibettes sollen heute verschlickt sein; ein alter Mann, der in Grimsnis aufgewachsen war, erzählte von Tangwäldern, Seegraswiesen und Fischreichtum bis nach dem Krieg.